ELE Titel

Weiterbildung »Geprüfter Lichtexperte (LiTG)«

2015 legte die LiTG ihr Weiterbildungs- und Prüfungsprogramm mit dem Abschluss »Geprüfter Lichtexperte (LiTG)« auf. Die modular aufgebaute, praxisorientierte Fortbildung schließt die Lücke zur klassischen Hochschulausbildung. Die bestandene Prüfung erlaubt dem Absolventen die Registrierung als »European Lighting Expert (ELE)« und das Tragen des Titels ELE.

Das LiTG-Weiterbildungsprogramm basiert auf dem von den Licht- (technischen) Gesellschaften Deutschlands (LiTG), der Niederlande (NSVV), Österreichs (LTG) und der Schweiz (SLG) abgestimmten Bildungsstandard »European Ligh- ting Expert (ELE)«, dem sich weitere europäische Licht-Gesellschaften (Bulgarien, Dänemark, Frankreich, Slowenien, Ungarn) anschließen wollen. Damit unterstreichen diese Gesellschaften ihre Überzeugung, dass Licht und Beleuchtung als Gegenstand einer umfassenden, qualifizierten Planung anzusehen sind. Ziel des ELE-Kooperationsprojekts ist es, eine Vergleichbarkeit der Qualifikationen im Bereich Licht und Beleuchtung in Europa zu schaffen.

Der ELE-Standard bildet u.a. die Normen DIN 67517 und DIN 67518 zur Qualifikation zum Lichttechniker ab. Die LiTG-Weiterbildung aus theoretischen Teilen und praktischen Übungen verfolgt einen interdisziplinären Ansatz und ergänzt die Lernziele des ELE um Grundlagen zur Lichtgestaltung.

Das Durchlaufen des Weiterbildungsprogramms ist nicht Voraussetzung zur Prüfungsanmeldung. Jeder, der die ELE-Lernziele beispielsweise aufgrund langjähriger Berufstätigkeit beherrscht, kann sich direkt zur Prüfung anmelden. Die ersten Prüfungen fanden am 5. September 2016 in Berlin statt und die ersten European Lighting Experts haben sich bereits im ELE-Register eintragen lassen.

Die Weiterbildung im europäischen Kontext ist deutschlandweit einzigartig. Verschiedene Bundesländer fördern die Teilnahme mit Zuschüssen in unterschiedlicher Höhe. Kontaktieren Sie dazu folgende Anlaufstellen.

Informieren Sie sich auch über Möglichkeiten einer Bildungsprämie, über die das Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF berufsbezogene Weiterbildungen fördert.

Empfehlungen der Weiterbildungsteilnehmer

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Dipl.-Ing. Architektur Jörg Hoffmann, stellv. Vorsitzender der LiTG-Bezirksgruppe Dresden, hat den Abschluss zum »Geprüften Lichtexperten (LiTG) Außenbeleuchtung« mit Auszeichnung bestanden und sich inzwischen als ELE registriert. Er gibt an: »Ich kann jetzt schon sagen, dass mich die Inhalte der Weiterbildung in der täglichen Praxis bereichern. Die LiTG hat ein Programm gestartet, welches einen qualifizierten, breiten Einblick in die Lichttechnik gibt und damit vielleicht die eine oder andere Tür öffnet. Ich bedanke mich bei den Organisatoren für die abwechslungsreichen Veranstaltungen, die vielen praktischen Übungen und Exkursionen. Es hat sich gelohnt! In der Arbeit an der LiTG-Basis merken wir, dass wir dringend Nachwuchs brauchen, der sich für die Lichttechnik interessiert und sich in diesem Gebiet weiterentwickeln will. Ich halte dieses Programm für sehr wichtig und berate Interessenten daher gerne«.

Auch Dipl.-Ing. (FH) Architektur Nadine Pfeiffer, die nach dem Durchlaufen der LiTG- Weiterbildung und einer ebenfalls mit Auszeichnung absolvierten Prüfung inzwischen registrierte European Lighting Expert Interior Lighting ist, fand lobende Worte. Sie bewertete die Weiterbildung als »sehr lehrreich, mit großartigen Dozenten und in einem Rahmen, dass es großen Spaß gemacht hat.« Sie wünscht dem Programm, dass es sich etabliert und noch viele Teilnehmer folgen.

Foto: (vlnr: Sabine Schubert, ELE, Matthias Hessling, LiTG, Caroline Vilbrandt, ELE)

Zielgruppen

Die Weiterbildung richtet sich u.a. an Architekten und Innenarchitekten, Vertreter aus Kommunen, Betreiber von Beleuchtung, Vertriebsmitarbeiter aus der Lichtbranche sowie Elektrofachplaner und Ingenieure.

Aufbau des Weiterbildungsprogramms

Das komplette Weiterbildungsprogramm aus zehn Seminaren gliedert sich in zwei Grundlagen- und je vier auf die Außen- bzw. Innenbeleuchtung zugeschnittene Spezial-Module, die optimal auf den Abschluss zum »Geprüften Lichtexperten (LiTG)« vorbereiten. Die zweitägigen Seminare für maximal 14 Teilnehmer finden jeweils am Freitag und Samstag statt. Seminarleiter sind erfahrene Dozenten aus Wissenschaft und Praxis. Grundlagen der Lichttechnik vermitteln die Seminare »Sehen & Messen« sowie »Lichtquellen & Leuchten«. Die Seminare »Beleuchtungsplanung I & II, »Elektrotechnik & Lichtsteuerung« sowie »Betrieb & Sanierung der Beleuchtung« spezialisieren sich inhaltlich auf die Außen- oder Innenbeleuchtung.

Die einzelnen Seminare stehen inhaltlich für sich, müssen also nicht in einer bestimmten Reihenfolge absolviert werden und können auch einzeln gebucht werden, beispielsweise wenn Detail-Wissen erworben oder aufgefrischt werden soll. Zur Teilnahme gibt es keine formalen Voraussetzungen. Basiskenntnisse in Sachen Licht erleichtern das Verständnis.

Termine

GRUNDLAGEN DER LICHTTECHNIK
Sehen & Messen 07. / 08. April 2017
TU Berlin
Lichtquellen & Leuchten 28. / 29. April 2017 TU Berlin
AUSSENBELEUCHTUNG
Beleuchtungsplanung I 10. / 11. Februar 2017 Technikmuseum Berlin
Beleuchtungsplanung II 3./ 4. März 2017 TU Berlin
Elektrotechnik & Lichtsteuerung
10./ 11. März 2017 HTW Berlin
Betrieb & Sanierung der Beleuchtung 17./ 18. März 2017 HTW Berlin
INNENBELEUCHTUNG
Beleuchtungsplanung I 20. / 21. Januar 2017 HAWK Hildesheim
Beleuchtungsplanung II 31.03. / 01.04.2017 HTW Berlin
Elektrotechnik & Lichtsteuerung 10./ 11. März 2017 HTW Berlin
Betrieb & Sanierung der Beleuchtung 24./ 25. März 2017 HTW Berlin
PRÜFUNGEN

Außenbeleuchtung 16. Juni 2017 Berlin
Innenbeleuchtung 15. Juni 2017 Berlin

Themen der Weiterbildungsveranstaltungen

Grundlagen der Lichttechnik: Sehen & Messen

Das Seminar erläutert Grundlagen und Zusammenhänge zum Themenkomplex Sehen und Messen: Licht ermöglicht das Sehen, es erzeugt Stimmung und Raumwirkung, es bestimmt unseren biologischen Rhythmus. Licht lässt sich auch messtechnisch erfassen. Technische Beschreibungen sind zum Erzeugen von künstlichem Licht notwendig. Für eine gute Beleuchtung müssen das Sehen und das Messen von Licht eng verknüpft sein.

Zu den Seminarinhalten gehört die Beschreibung des Aufbaus des Sehapparates und die Verarbeitung visueller Reize. Dargestellt wird Entstehung und Notwendigkeit der V(λ)-Kurve für die technische Beschreibung von Licht. Bei der Vorstellung lichttechnischer Grundgrößen liegt der Schwerpunkt auf der Darstellung von Beleuchtungsstärke und Leuchtdichte. Praktische Versuche, die etwa 40% des Seminars ausmachen, bieten Gelegenheit, visuelle Eindrücke und messtechnische Ergebnisse direkt miteinander zu vergleichen.

Grundlagen der Lichttechnik: Lichtquellen & Leuchten

Neben der Vorstellung der lichttechnischen Funktionsweise von Lichtquellen und Leuchten beschäftigt sich das zweittägige Seminar intensiv mit Einsatz und Messung verschiedener Lichtquellen und Lichtverteilungen. Vermittelt wird das Verstehen von Datenblättern: Wie genau und glaubwürdig sind Herstellerangaben? Zentrale Bedeutung hat das Thema LED: Anhand welcher Parameter lässt sich die Qualität von LED-Produkten beurteilen?

Zu den Seminarinhalten gehören Beschreibung und Messung der lichttechnischen Grundgrößen Lichtstrom und Leuchtdichte. Weiterhin werden lichttechnische und elektrische Eigenschaften wie Farbwiedergabe und Lichtausbeute verschiedener Leuchtmittel erläutert und im Praxistest erprobt. Möglichkeiten und Grenzen der LED-Technik und des Leuchtenbaus werden ebenfalls erklärt.

BELEUCHTUNGSPLANUNG I & II

Die Bedürfnisse des Menschen sind nicht nur durch aufgabenorientierte Beleuchtung zu erfüllen, Licht soll auch ein angenehmes Raumklima erzeugen. Licht zum Sehen, Hinsehen und Ansehen – die Seminare zeigen Möglichkeiten und vermitteln, Beleuchtungsanforderungen zu erkennen und den Raum durch Licht zu gestalten. Im Fokus stehen Raumwirkung und Licht, Entwurfstechniken und aktuelle Lichtlösungen.

Beleuchtungsplanung I befasst sich mit den gestalterischen Aspekten der Beleuchtungsplanung. Vorgestellt wird u.a. die Herangehensweise beim Entwurf von Lichtplänen: Welche Anforderungen über die normativen Aspekte hinaus gibt es an die Beleuchtung?

In Beleuchtungsplanung II stehen die technischen Aspekte im Vordergrund: Wie lassen sich Entwürfe so umsetzen, dass Sehaufgaben und normative Anforderungen auf der Straße und am Arbeitsplatz erfüllt werden? Welche technischen Lösungen ermöglichen die Umsetzung?

ELEKTROTECHNIK & LICHTSTEUERUNG

Das Seminar beschreibt Notwendiges und Nützliches zur Elektroplanung in der Beleuchtung. Neben dem elektrischen Betrieb von Lichtquellen und Leuchten steht die Erklärung von Lichtsteuerungstechniken im Fokus: Durch die Digitalisierung und Vernetzung gibt es heute vielfältigste und sehr komplexe Möglichkeiten zur bedarfsgerechten Steuerung und Regelung von Licht. Die Weiterbildung bietet Orientierung anhand eines Überblick über den Einsatz von Sensoren, Modulen und Telegrammen bis hin zu Ethernet, Zigbee, DALI und DMX.

Gleichermaßen wichtig ist die elektrische Installation und der elektrische Betrieb der Beleuchtung. Gerade beim Einsatz von LED-Lichtsystemen im Außenbereich spielen beispielsweise Überspannungs- und Blitzschutzkonzepte eine wichtige Rolle.

BETRIEB & SANIERUNG DER BELEUCHTUNG

Das Seminar thematisiert, was bei Installation, Betrieb und Sanierung von Beleuchtungsanlagen zu beachten ist. Die elektrische und photometrische Inspektion und Wartung, die Betriebsführung und die technische Verwaltung werden anhand von Praxisbeispielen vorgestellt. Vermittelt wird auch das Know-How, das für die Modernisierung von Beleuchtungsanlagen erforderlich ist.

Behandelt werden Fragen wie »Welche Wartungsintervalle sind einzuhalten?« »Welche Prüfungen sind in welchen Zeitabschnitten vorzunehmen?« »Ab wann lohnt sich die Sanierung der Altanlage?« Auch hier gibt es unterschiedliche Anforderungen für die Innen- und Außenbeleuchtung, die in den beiden speziell auf diese Bereiche zugeschnittenen Seminare behandelt werden.

Prüfung - Geprüfter Lichtexperte (LiTG)

Die Prüfungen zum »Geprüften Lichtexperten (LiTG)« finden in Berlin statt und werden gesondert für die Außen- und Innenbeleuchtung durchgeführt: Eine Prüfung besteht aus einer im Vorfeld anzufertigenden schriftlichen Arbeit, in der eine Beleuchtungsplanung durchgeführt und als Teil der mündlichen Prüfung vorgestellt werden muss. Weiterhin wird mündlich geprüft, ob der Kandidat die ELE-Lernziele beherrscht und in der Lage ist, Beleuchtungsplanungen selbstständig durchzuführen.

Inhalte, Modalitäten und Ablauf der Prüfungen werden von der »European Lighting Expert Association (ELEA)« international festgelegt und überwacht. Sie sind im Dokument »European Lighting Expert – Prüfungsordnung und Qualitätsmanagement« festgeschrieben. Das Bestehen der Abschlussprüfung erlaubt das Führen des Titels »Geprüfter Lichtexperte (LiTG) – Außen-/ Innenbeleuchtung«, berechtigt zur Registrierung im Internationalen ELE-Register und damit zum Führen des Titels ELE, der in allen beteiligten Ländern anerkannt ist.

Prüfer sind anerkannten Experten in Licht und Beleuchtung.