LiTG-Nachhaltigkeitspreis
Nachhaltigkeit beginnt mit der Frage: Was ist das Richtige?
Licht gestaltet Räume, prägt Orte und beeinflusst Menschen, Tiere und Ökosysteme. Gleichzeitig verbraucht Licht Energie und Ressourcen – von der Herstellung über den Betrieb bis zum Ende eines Systems.
Der LiTG-Nachhaltigkeitspreis zeichnet deshalb Projekte aus, die Nachhaltigkeit nicht als zusätzliche Maßnahme verstehen, sondern als selbstverständlichen Bestandteil einer ganzheitlichen Lichtplanung.
Gesucht werden Lichtkonzepte, die über die reine Optimierung von Energieverbrauch und Effizienz hinausdenken. Konzepte, die vorhandene Ressourcen wertschätzen, langfristig funktionieren, sich verändern können und ihre Wirkung auf Mensch und Umwelt berücksichtigen.
Vom „Weniger“ zum „Besser“
Nachhaltigkeit wird häufig mit Vermeidung, Reduktion und Einsparung gleichgesetzt. Für die LiTG greift dieser Ansatz zu kurz.
Inspiriert von den Gedanken der Kreislaufwirtschaft steht vielmehr die Frage im Mittelpunkt: Wie kann Licht einen positiven Beitrag leisten?
Ein nachhaltiges Lichtkonzept muss daher nicht zwangsläufig das Projekt mit der geringsten installierten Leistung oder der geringsten Anzahl an Leuchten sein. Entscheidend ist, ob die gewählten Lösungen im jeweiligen Kontext sinnvoll, angemessen und langfristig wirksam sind.
Was wir betrachten
Die AG Nachhaltigkeit der LiTG betrachtet ein Projekt aus unterschiedlichen Perspektiven – vom ersten Entwurf bis weit über die Inbetriebnahme hinaus.
Dabei spielen unter anderem folgende Fragen eine Rolle:
- Wie wird Nachhaltigkeit geplant? Ist sie Teil der Entwurfsstrategie und des gesamten Planungsprozesses?
- Wie wird vorhandenes Licht genutzt? Welche Rolle spielen Tageslicht, Orientierung und die bewusste Begrenzung von Kunstlicht?
- Wie intelligent wird Licht eingesetzt? Wie reagieren Steuerung und Nutzung auf Tageszeit, Anwesenheit und tatsächlichen Bedarf?
- Wie zukunftsfähig ist das System? Kann es auf neue Nutzungen, veränderte Anforderungen oder technische Entwicklungen reagieren?
- Was ist bereits vorhanden? Werden bestehende Leuchten, Systeme oder Infrastrukturen weitergenutzt, angepasst oder wiederverwendet?
- Was steckt im Produkt? Welche Materialien und Herstellungsprozesse werden berücksichtigt und wie wird mit Reparatur, Austausch, Weiterverwendung und Kreislauffähigkeit umgegangen?
- Was passiert über die Lebensdauer? Welche Auswirkungen haben Herstellung, Transport, Betrieb, Wartung und spätere Verwertung?
- Wo endet das Licht? Wie bewusst wird mit Außenbeleuchtung, Lichtimmissionen und den Auswirkungen auf die nächtliche Umwelt umgegangen?
- Für wen wird geplant? Wie berücksichtigt das Licht unterschiedliche Menschen, Bedürfnisse, Generationen und Formen der Nutzung?
- Wie wird Nachhaltigkeit nachgewiesen? Welche Daten, Bewertungen, Zertifizierungen oder anderen Instrumente unterstützen die planerischen Entscheidungen?
Keine Checkliste – sondern eine Haltung
Die genannten Aspekte verstehen wir nicht als starre Checkliste. Nicht jedes Kriterium ist für jedes Projekt gleichermaßen relevant. Entscheidend ist vielmehr, wie bewusst die Planenden mit den jeweiligen Rahmenbedingungen umgehen und welche Entscheidungen daraus entstehen.
Denn nachhaltiges Lichtdesign bedeutet nicht, möglichst viele Maßnahmen abzuhaken. Es bedeutet, Zusammenhänge zu erkennen, Prioritäten zu setzen und Verantwortung für die Folgen der eigenen Planung zu übernehmen.
Der LiTG-Nachhaltigkeitspreis möchte deshalb Mut zu ganzheitlichen Lösungen machen – zu Lichtkonzepten, die nicht nur weniger verbrauchen, sondern mehr bewirken.
Licht, das Zukunft gestaltet
Nachhaltigkeit zeigt sich nicht in einer einzelnen Leuchte, einer Kennzahl oder einer technischen Maßnahme. Sie zeigt sich in der Summe der Entscheidungen – und in der Bereitschaft, Lichtplanung weiter zu denken.
Der LiTG-Nachhaltigkeitspreis möchte Projekte sichtbar machen, die diesen Anspruch besonders überzeugend einlösen: Projekte, die Ressourcen achten, Kreisläufe mitdenken, Lebensräume berücksichtigen und den Menschen ebenso wie seine Umwelt in den Mittelpunkt stellen.
Damit soll der Preis nicht nur gute Beispiele auszeichnen, sondern auch den Diskurs über die Zukunft des Lichtdesigns fördern.
Denn gutes Licht macht nicht einfach weniger. Gutes Licht macht einen Unterschied.
| Datum/ date |
02. September 2026 |
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