LiTG Preis für Nachhaltigkeit 2026 geht an OC | Lichtplanung
Ausgezeichnet wird das Beleuchtungskonzept für den Verkehrsknotenpunkt Achim.
Die Deutsche Gesellschaft für LichtTechnik und LichtGestaltung (LiTG) hat ihren Preis für Nachhaltigkeit im Rahmen des Deutschen Lichtdesign-Preises 2026 an das Büro OC | Lichtplanung vergeben. Ausgezeichnet werden Oliver Christen, Christin Wypijewski und Kristin Christen für die Beleuchtung des Verkehrsknotenpunkts Achim.
Die Jury der AG Nachhaltigkeit bewertete die eingereichten Projekte anhand von elf Kriterien – darunter Nachhaltigkeitsstrategie, Steuerungsmaßnahmen, Beschaffung der Leuchten, Flexibilität und Modularität, Außenbeleuchtung und Lichtimmissionen, Materialität sowie soziale Nachhaltigkeit. Der Verkehrsknotenpunkt Achim erreichte in der Gesamtbewertung das beste Ergebnis.
Ausschlaggebend waren drei Aspekte. Erstens eine durchgängige Nachhaltigkeitsstrategie, die ökologische, ökonomische und soziale Ziele nicht nur benennt, sondern konkrete Planungsentscheidungen begründet. Zweitens eine eigens entwickelte, multifunktionale Mastleuchte: Modular aus Aufsatzkopf und austauschbarem Lichteinsatz aufgebaut, übernimmt sie die Beleuchtung von Straße, Radschnellweg, Bushaltestelle und Fußgängerüberweg in einer einzigen Konstruktion. Das reduziert Maste, Leuchten und Infrastruktur im öffentlichen Raum und hält die Anlage über ihre Lebensdauer wart- und nachrüstbar. Drittens eine bedarfsgerechte Lichtsteuerung: Sensorik und Telemanagement steuern getrennte Dimmprofile, die an die Fahrpläne der Bus- und Bahnlinien und an die realen Verkehrsströme gekoppelt sind. Die Fußgängerüberwege bleiben davon unberührt und werden durchgehend normgerecht beleuchtet.
Positiv bewertete die Jury zudem das warmweiße Licht mit reduziertem Blauanteil zum Schutz nachtaktiver Insekten, die gezielte Lichtlenkung zur Vermeidung von Streulicht und Lichteintrag in den oberen Halbraum, die Fertigung der Leuchten in Deutschland sowie die sozialen Qualitäten des Konzepts: Blendungsreduzierung, Barrierefreiheit, Orientierung und Aufenthaltsqualität am beleuchteten Buswartedach.
„Nachhaltigkeit in der Lichtplanung zeigt sich nicht in einzelnen Maßnahmen, sondern darin, ob Strategie, Technik und Steuerung zusammenwirken“, sagt Paula Longato, Vorstandsmitglied der LiTG und Leiterin der AG Nachhaltigkeit. „Genau das leistet dieses Projekt: Die Leuchten übernehmen mehrere Aufgaben in einer Konstruktion, bleiben durch ihren modularen Aufbau anpassbar, und das Licht folgt dem tatsächlichen Bedarf im Betrieb. Der Verkehrsknotenpunkt Achim zeigt, wie viel Nachhaltigkeitspotenzial im öffentlichen Raum liegt, wenn Lichtplanung früh und ganzheitlich gedacht wird.“
Mit dem Preis für Nachhaltigkeit würdigt die LiTG Projekte, die Nachhaltigkeit als planerische Aufgabe der Lichtplanung verstehen und über den gesamten Lebenszyklus einer Beleuchtungsanlage mitdenken.
| Datum/ date |
11. September 2026 |
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