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LiTG-Ehrenmitglied Prof. Dr.-Ing. Hans-Jürgen Hentschel verstorben

Am 30. September 2020 verstarb im Alter von 90 Jahren Prof. Dr.-Ing. Hans-Jürgen Hentschel (1929 – 2020), der in Würdigung seines jahrzehntelangen sehr erfolgreichen Wirkens für die Lichttechnik im Mai 1992 zum LiTG-Ehrenmitglied ernannt wurde.

Hans-Jürgen Hentschel wurde 1929 in Halberstadt geboren und wuchs in Blankenburg im Harz auf. Nach dem Abitur 1948 wurde er zum Lichttechnik-Laboranten bei Dr. Otto Reeh im VEB Carl Zeiss Jena ausgebildet. 1950 begann er in Jena Physik zu studieren. Sein Studium zum Diplom-Physiker beendete er in Braunschweig und Karlsruhe. Anschließend arbeitete er als Assistent an der TU Karlsruhe. Dort promovierte er 1959 am Lichttechnischen Institut bei Prof. Dr. Otto Reeb und Prof. Dr. Paul Schulz. Nach seiner Habilitation im Fach Lichttechnik an der TU Karlsruhe trat er 1963 in den Geschäftsbereich Installation und Beleuchtung der Siemens AG, Erlangen, ein. 1965 wurde Hans-Jürgen Hentschel nach Traunreut versetzt in den Be- reich Leuchtenentwicklung des Bosch-Siemens Hausgeräte-Werks, aus dem 1970 das Leuchtenwerk der Siemens AG hervor ging.

Ab 1969 bis zu seiner Pensionierung 1992 war Hans-Jürgen Hentschel Leiter des Leuchtenentwicklungslabors. Er befasste sich mit der Kombination von Klima- und Beleuchtungstechnik und entwickelte u.a Lichtfluter für Sportstätten und Leuchtensysteme mit elektronischen Vorschaltgeräten. Zu seinen Aufgaben gehörte u.a. auch die Stadionbeleuchtung des Münchner Olympiastadions für die Olympiade 1972.

Weiterhin ging Hans-Jürgen Hentschel einer Lehrtätigkeit im Fachgebiet Lichttechnik nach. Er unterrichtete in Karlsruhe und Stuttgart, wo er 1970 zum »apl. Professor« (außerplanmäßigen Professor) ernannt wurde. Zwischen 1977 und 1994/95 lehrte er an der TU München.

Hans-Jürgen Hentschel wurde 1953 Mitglied der Deutschen Lichttechnischen Gesellschaft e. V. (LiTG), deren Vorsitzender er von 1983 bis 1984 war. Im Technisch-Wissenschaftlichen Ausschuss (TWA) der LiTG war er in verschiedenen Gremien, vor allem in der Innenbeleuchtung, aktiv. Er war ebenfalls Mitglied im Fachnormen- ausschusses Lichttechnik (FNL) im DIN, der Internationalen Beleuchtungskommission CIE und der Europäische Normen Kommission CEN. Für seine Verdienste im FNL wurde er mit der goldenen DIN-Ehrennadel ausgezeichnet.

Hans-Jürgen Henschel blickt zurück auf zahlreiche Veröffentlichungen. 2002 erschien in 5. Auflage »Licht und Beleuchtung« im Hüthig-Verlag.

Weggefährten bleibt er als sportlicher, kulturell interessierter, sehr angenehmer und fachkundiger Partner in Erinnerung, dem die Lichttechnik viel zu verdanken hat.

Die LiTG, insbesondere die Bezirksgruppe Südbayern, der er lange Jahre angehörte, wird Prof. Dr.-Ing. Hans-Jürgen Hentschel ein ehrendes Andenken bewahren. Unser aller Mitgefühl gilt seiner Frau und seiner Familie.

Der Vorstand der LiTG

Foto: LiTG-Festschrift und S. Hermann & F. Richter auf Pixabay